Potsdam Schloß Sanssouci

„Quand je serais lá je serai sans souci “ schrieb Friedrich der Große 1744. „Sans, Souci.“

Was kann diese Schreibung auf dem Gesims des Potsdamer Schlosses bedeuten? Keine zeitgenössische Schreibweise, kein Schreibfehler - also warum Komma, warum Punkt?

Der Historiker Dieter Kittsteiner hat einen Forschungsbericht "Das Komma von Sans, Souci." (Manutius Verlag, Heidelberg 2001, ISBN 3934877087) vorgelegt. Die zwei wesentlichen Hypothesen Kittsteiners sind: Die Satzzeichen könnten einerseits im Lichte der Geheimschriften des 18. Jahrhunderts gelesen werden: Das Komma könnte demgemäß für Calvinismus, der Punkt hingegen für Deismus oder Naturalismus stehen, so dass sich folgende Bedeutung ergebe: "Ohne strenge protestantische Religion - für die auch Friedrichs Vater stand - ist man sorgenfreier Deist." Die zweiten Hypothese setzt dabei an, dass das Komma wörtlich als "virgule" (Virgel, Beistrich, Stäbchen) genommen wird. "Ein heikles Thema", Kittsteiner geht davon aus, dass dem Kronprinzen in seinen wilden Jahren etwas zugestoßen sein könnte, was, da medizinisch falsch behandelt, ihn seiner Potenz beraubt hat. Sarkastisch formuliert hieße das: "Ohne Virgel keine Sorge".

Hat Dieter Kittsteiner "Wissenschaft oder Parodie" betrieben? Eine profunde Studie, die die deutsche Komma-Forschung auf eine neue Stufe hebe, ist ihm allemal gelungen - und das trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, auf die Kittsteiner im Impressum hinweist: "Gedruckt ohne Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft."

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